Schummeln soll gelernt sein…lass es ansonsten sein!

Erwischt! Du möchtest also wissen, wie man richtig schummelt, ja? Eins mal vorneweg: Mach’s bitte nicht so offensichtlich, sonst bemerkt es jeder! Ich habe mich gerade schweren Herzens ans Korrigieren der Hausaufgaben gesetzt. Über die Sommerferien mussten die letzten vier Einheiten eines Übungsbuches bearbeitet werden. Am Montag habe ich deshalb die Bücher meiner Klasse eingesammelt und innerlich bereits gebetet, dass sie wenigstens die Hälfte gemacht haben. Wenn dann noch von dieser Hälfte, die Hälfte hängen geblieben ist, haben sie am Ende immer noch 25% mehr gemacht als geplant. Freu freu!

Wie dem auch sei- Ich sitze also und mache mich fröhlich ans Korrigieren und beginne, wie immer, mit einer eher mittelmäßigen Schülerin.  So kann man auf Besseres hoffen und sich gleichzeitig auf Schlechteres gefasst machen. Positiv überrascht stelle ich fest, dass diese Schülerin stellenweise sehr fleißig war. Natürlich wurden nur knapp 60% der Übungen bearbeitet, aber hey, immerhin! Zufrieden mache ich mich an das nächste Buch. Eine eigentlich sehr gute Schülerin, aber wie ich es erwartet hatte, muss sie wohl bei der Abgabe eine lange Nacht hinter sich gehabt haben. Ihre Buchstaben liegen regelrecht eingeschlafen auf dem Papier, weshalb ich davon ausgehe, dass sie eine horizontale Position beim Bearbeiten der Aufgaben eingenommen haben muss. Wie ihre Vorgängerin, hat auch sie nur die kürzesten und leichtesten Übungen rausgepickt. Klar. Wer will schon seine Zeit verschwenden?

Dann sah ich etwas, was mich zugegebenermaßen schon ein wenig überrascht hat. Nein, über meinem Kopf existiert kein Heiligenschein, ich bin auch nur ein Mensch und habe hier und da auch mal geschummelt, aber Leute, immer mit Stil!  Schummeln soll gelernt sein. Das ist nicht so simpel, wie einige annehmen. Der letzte Schüler also, gab am besagten Montag sein Buch ohne Wenn und Aber brav ab, was mich schon gewundert hatte, da er für sein Antibearbeiten von Hausaufgaben in der gesamten Sprachschule berühmt ist.  Seine Übungen hat der besagte Kandidat von seiner Mitschülerin bearbeiten lassen (s.o. eingeschlafene Handschrift). Sich nicht mal die Mühe gemacht, diese selbst abzuschreiben oder abzuändern, oh nein, 1:1 geklont. Man muss wirklich nicht Sherlock Holmes sein, um eine Handschrift wiederzuerkennen. Für wie blöd werde ich eigentlich gehalten?

Ich schiebe das nicht so einfach auf die negative Wirkung der modernen Medien und auch nicht auf die ach so freche junge Generation. Nein der Schuh drückt ganz woanders: Faulheit! Schummeln ist eine Kunst und braucht Kreativität, Feingefühl und viel Fantasie. Wer diese Eigenschaften nicht zu seinen Vorzügen zählen kann, sollte am besten den sicheren Weg gehen und sich einfach mal ransetzen.

Eins muss ich euch aber lassen meine lieben Schüler: Ich freue mich, dass ihr euch gegenseitig helft!

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