Das „Good Behaviour Game“ zur Erhöhung der Konzentration bei Kinderkursen

„Bitte quatsch nicht ständig mit deinem Tischnachbarn!“, „Nicht reinrufen, sondern melden!“, „Wer noch einmal stört, fliegt raus!“. Sätze, die sehr selten Früchte tragen. Das sogenannte Good Behaviour Game (GBG) aus Amerika, verspricht ein besseres Klassenklima und bis zu 25% mehr Unterrichtszeit, durch die Einübung von Verhaltensregeln im Rahmen eines Spiels. Die Schüler werden vom Lehrer in Grupen eingeteilt, für die sie sich selbst Namen ausdenken dürfen. Dadurch wird das Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt. Wenn der Lehrer eine Übung zur Stillarbeit aufgibt, sagt er das Spiel an und es gelten ab diesem Zeitpunkt die folgenden drei Regeln:

1) Nur einer spricht und der muss sich vorher melden

2) Nicht aufstehen oder herumlaufen

3) Kein Zappeln und Stören

Wenn eine der Regeln gebrochen wird, bekommt diese Gruppe ein Foul. Allerdings gibt es beim Good Behaviour Game keine Strafen, sondern nur Belohnungen. Gerade darin liegt das Erfolgsgeheimnis. Kinder und Jugendliche sind  motivierter und entspannter, ohne Angst vor Ermahnungen und Drohungen. Dadurch entsteht ein angenehmes Klassenklima, das die Schüler motiviert. Wichtig bei der Belohnung ist, dass diese unmittelbar erfolgt, also am besten am selben Tag. Bei sehr jungen Schülergruppen eignen sich Sticker oder Stempel, bei älteren kann man weniger Hausaufgaben aufgeben oder einmal früher Schluss machen.

Das Good Behaviour Game kann:

  • auf Schul- sowie auf Klassenebene eingesetzt werden,
  • vom Lehrer selbst durchgeführt und evaluiert werden,
  • während des Unterrichts durchgeführt werden,
  • auf Situationen außerhalb des Unterrichts übertragen werden (Ausflüge etc.).

Ziele:

  • auf der Gruppen-Ebene: kooperatives Arbeiten, Abnahme von Unterrichtsstörungen.
  • auf der Schüler-Ebene: Steigerung der Aufmerksamkeit, Verbesserung der Selbstkontrolle, bessere Gruppenkohäsion, höhere Motivation und Erfolgserleben bei adäquatem Verhalten.
  • auf der Lehrer-Ebene: Steuerung des Schülerverhaltens, Gewinn von Unterrichtszeit, Verbesserung des Klassenklimas.

Die Regeln des Spiels sind sehr einfach und lassen sich deshalb leicht in den Unterricht integrieren. Das Good Behaviour Game wird in Amerika bereits seit 30 Jahren erfolgreich eingesetzt. Amerikanischen Studien zufolge lernen Schüler durch das Spiel kooperativer zu arbeiten und sind außerdem aufmerksamer und konzentrierter. Der Pädagogikprofessor Clemens Hillenbrand brachte das Spiel unter dem Namen KlasseKinderSpiel nach Deutschland.

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