Mediendidaktik- Neue Medien im DaF-Unterricht

Im Fremdsprachenunterricht(FSU) kommt den Neuen Medien eine besondere Bedeutung zu. Diese Tatsache lässt sich an drei Punkten deutlich machen: der Motivation, der Kommunikation und dem interkulturellen Aspekt des FSU.

Mittels ihrer multicodalen und multimodalen Charakteristika können Neue Medien Lernprozesse effektiv unterstützen. Durch die vielseitigen Kommunikations- und Kooperationsmöglichkeiten, entwickeln die Lernenden ihre Sozialkompetenzen weiter. Im Fremdsprachenunterricht (FSU) kommen die Sprachkompetenz, sowie die interkulturelle Kompetenz hinzu. Die Lernmotivation kann durch den Einsatz von  Computer und Internet gesteigert werden, denn die Neuen Medien gewähren ein wesentlich einfacheres Recherchieren von Informationen und eine leichtere „Verwaltung, Verarbeitung und Visualisierung“ dieser Daten.

Mittels Computer und Internet stehen auch völlig neue Formen des Lernens zur Verfügung. Diese Möglichkeiten erfordern eine gänzlich veränderte Medienpädagogik.Es ist an dieser Stelle festzuhalten, dass die geforderte Medienkompetenz nicht ohne den Einsatz der entsprechenden Technik erworben werden kann.

Bekannt wurde in diesem Zusammenhang der Verein „Schulen ans Netz“ – eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Deutschen Telekom AG1. Ziel war es, die Schulen in Deutschland mit Internetzugängen auszustatten. Gleichzeitig wurden die Schulen auch mit Computern ausgerüstet. Somit waren die technischen Voraussetzungen für den Einsatz geschaffen. Doch auch die beste Computerausstattung im Bildungsbereich ist keine Garantie für besseren Unterricht oder ein höheres Leistungsniveau von Schülerinnen und Schülern. Viele Faktoren müssen zusammenkommen, um neue Medien in der Schule auf sinnvolle Weise zu verankern.

Neben der Ausstattung neuer Medien im Klassenzimmer, muss der Blick also zu methodisch-didaktischen Konzepten für den Einsatz im Unterricht gelenkt werden.

Im modernen FSU sollten die Lehrenden den Wissenserwerb nicht bestimmen, sondern höchstens steuern und begleiten. Der Lerner steht also im Mittelpunkt und wird vom Lehrenden bei seinem Lernprozess unterstützt. Mittels Werkzeugen zur Kommunikation und Kooperation (z.B. Chat-Software, Foren, Lernplattform) können kooperatives und kollaboratives Lernen unterstützt werden.

Zeitungen, Fernseh- oder Radiosender sind heutzutage fast alle im Internet mit ihrer eigenen Website vertreten und stellen dort umfangreiches Informationsmaterial zur Verfügung. Lerner haben somit die Möglichkeit in Kontakt mit authentischem Texten in der Zielsprache (ZS) zu kommen, die im Gegensatz zum Lehrwerk hochaktuell und nicht didaktisch aufbereitet sind.  Authentizität und Aktualität beeinflussen die Motivation der Lerner positiv. Foren oder Internettelefonie (z.B. Skype) , die den Kontakt zu L1-Sprechern der ZS. ermöglichen, sind eine andere Form der interaktiven Kommunikation. Das Integrieren dieser Funktionen in den FSU alleine kann schon motivierend wirken. Als noch wichtiger gilt allerdings die Tatsache, dass authentische Kommunikation die Fertigkeiten in der FS wesentlich besser trainiert als vorgegebene, künstliche Sprech-Situationen. Durch die Kommunikation mit L1-Sprachlern, erhalten die Lerner nicht nur landeskundliche Informationen aus erster Hand, sondern treten auch mit den Wert- und Moralvorstellungen der zielsprachlichen Kultur in Kontakt. Eine mögliche gemeinschaftliche Diskussion darüber ermöglicht auch eine Reflexion der eigenen Kultur und fördert die Entwicklung von Toleranz nach dem Motto Fremdverständnis durch Selbstverständnis.

Der Mehrwert der Neuen Medien liegt darin begründet, dass sie mehr Kommunikationsanlässe schaffen können. Die möglichen Zeiten zur Kommunikation werden über die gemeinsame Unterrichtszeit hinaus verlängert. So werden gemeinschaftliche Aushandlungen von Bedeutungen unterstützt und soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit und Diskussionsfähigkeit weiter gefördert. Lerner, die  ihre Arbeitsergebnisse mittels Computer und entsprechender Software aufbereiten und präsentieren können, sind stärker motiviert, da sie aktiv am Lernprozess teilhaben und ihn individuell steuern können.

Literatur:

Kron, F. W., A. Sofos. (2003). Mediendidaktik: Neue Medien in Lehr- und Lernprozessen. München: Reinhardt.

Kunczik, Michael, A. Zipfel. (2005). Publizistik. Köln: Böhlau.

Gudjons, Herbert. (2008).Pädagigisches Grundwissen. Bad Heilbrunn: Klinkhardt.

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Ein Kommentar zu “Mediendidaktik- Neue Medien im DaF-Unterricht

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